Lesung

Samstag, 15. Oktober 2022, 17.00 Uhr

  • Klaus Funke "Meine Verlage" - Eine Erinnerung

Der Autor Klaus Funke lässt sein Alter Ego Franz Malef über seine Erfahrungen mit verschiedenen Verlagen plaudern. Nicht nur schmunzeln muss man da, nein, laut auflachen. Dabei ist die Sache durchaus ernst. Denn so geht es zu im deutschen Verlagswesen. Einen Weg der verlorenen Illusionen erlebt der Erzähler. „Von nun an ging`s bergab“, sang Hildegard Knef – und immer dubioser werden die Verlage, auf die der Erzähler trifft. Bis er schließlich sein Schicksal in die buchstäblich eigenen Hände nimmt und zu einem Self-Publishing-Verlag geht. Natürlich ist das alles im Goetheschen Sinne Dichtung und Wahrheit, aber das Buch zeigt, wie es einem ergehen kann, der auszieht, vom eigenen Schreiben zu leben.
Klaus Funke, geboren 1947, begann erst spät zu veröffentlichen. Mit seinen Romanbiographien zu Rachmaninow, Johannes Brahms und Hans von Bülow konnte er im Verlag Faber und Faber einige Erfolge erreichen. Seine Novelle „Am Ende war alles Musik“ wurde u.a. mit Rolf Hoppe, Dagmar Manzel und Matthias Brandt als Hörspiel im MDR gesendet. Er veröffentlichte im Verlag Die Scheune, im Husum Verlag, Plöttner Verlag sowie im Deutschen Taschenbuchverlag. Seine neuesten Erzählungen, Romane, und Krimis erscheinen im BOD Verlag Norderstedt, zuletzt eine Romantrilogie über das Römische Reich.
Eintritt frei
Die Lesung findet in der Kulturschlosserei Bischofsweg 31 statt.

Literatur im LeseGarten

Mittwoch, 7. September 2022, 19.30 Uhr

  • Lutz Seiler liest: „schrift für blinde riesen“ und „Stern 111“

Ein gefeierter Autor, zwei neue Bücher!

Nach dem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Bestseller „Kruso“ führt Lutz Seiler in seinem neuen Roman die Handlung fort: „Stern 111“ ist Roadtrip, Berlinroman und die Geschichte einer Familie, die der Herbst 89 sprengt und die nun versuchen muss, wieder zueinanderzufinden. Während seine Eltern in den Westen gehen, flieht Carl nach Berlin, um dort durch das archaische Chaos der Nachwendezeit zu schlingern.

„Stern 111 ist ein Roman voll knallhart herzergreifender Psychologie, voll Szenen, in denen Menschen an einer Wirklichkeit rütteln, die sich gerade neue Gesetze gibt.“ (Paul Jandl, NZZ)

Aber Lutz Seiler kehrt, nach zwei Romanen, auch in den Heimathafen der Poesie zurück: In seinem neuen Gedichtband „schrift für blinde riesen“ erklingen die Stimmen der Kindheit, geht es ins Waldstadion, in einen Knochenpark und zu den blinden Riesen der Antike.

Im LeseGarten in der Prießnitzstraße sind sie nun beide, der Dichter und der Romancier, in Lesung und Gespräch zu erleben.

Moderation: Volker Sielaff

Eintritt frei

Buchhandlung LeseZeichen in Kooperation mit Literaturforum Dresden e.V.

Ausstellung

19. August 2022 - 18. Januar 2023

  • Angela Hampel: So Sachen getan
  • Grafiken aus dem Künstlerbuch „So Sachen getan“ mit Gedichten von Róža Domašcyna und andere Arbeiten auf Papier

Angela Hampel und Roza Domascyna wuchsen beide wenige Kilometer voneinander auf, in zwei Dörfern der Oberlausitz in der Nähe von Kamenz, Angela Hampel in Räckelwitz und Roza Domascyna in Zerna. Dass sie beide aus der gleichen Landschaft kamen, ist vielleicht auch ein Grund, der sie später wieder zusammenführte.
Angela Hampel fühlte sich schon frühzeitig von Sprache und Dichtung in ihrer Kunst inspiriert, von den alten Griechen über die Lyrik Elke Erbs bis zur bahnbrechenden Lektüre Christa Wolfs Roman „Kassandra“. Und Roza Domascyna von der Malerei, u.a. Carl Lohse, Strawalde und auch Angela Hampel, deren Kunst sie in den 80er Jahren kennenlernte.

Angela Hampel absolvierte zunächst eine Lehre als Forstfacharbeiterin, um, wie sie sagte, viel draußen in der Natur sein zu können. Nebenbei belegte sie in Bautzen einen Abendkurs an der Außenstelle der Hochschule für bildende Künste und begann ab 1977 in Dresden das Studium der Malerei und Grafik u.a. bei Siegfried Klotz, Friderun Bondzin und Jutta Damme. In dieser Zeit begann mit der Rektorenschaft von Gerhard Kettner eine politische und künstlerische Öffnung und größere Freiheit in der Lehre. So entdeckte sie für sich die menschliche Tiefe und Kraft der Malerei und Zeichnung von Edward Munch.
1984 begann Angela Hampel, nach einer Begegnung mit Elke Erb in Wuischke bei Bautzen, Künstlerbücher in kleinen Auflagen mit Lyrikern und Lyrikerinnen zu gestalten.
So entstanden Künstlerbücher mit Elke Erb, Michael Wüstefeld, Kerstin Hensel, Barbara Köhler und Uwe Kolbe. Das erste Künstlerbuch mit Roza Domascyna „Der Hase im Ärmel“ entstand im Jahr 1997, 1999 folgte „Probate bobate“ , 2020 das Poesiealbum 354 und jetzt „So Sachen getan“.

Roza Domascyna wuchs in einer teils sorbischsprachigen Familie auf, in der Geschichten, Märchen und Sagen das Familienleben beeinflussten, eine Großmutter war Märchenerzählerin, ein Onkel Dichter und ein Großonkel war Übersetzter und Publizist. Mit 17 Jahren veröffentlichte sie erste Texte in sorbischer und deutscher Sprache in Zeitschriften und Anthologien.
Sie studierte Ingenierökonomie im Bergbau, bevor sie von 1985–1989 am Leipziger Literaturinstitut, damals noch „Johannes R. Becher“, studierte. Ihr erster Gedichtband erschien 1990 in sorbischer Sprache, sie übersetzt aus dem Tschechischen, Slowakischem und Polnischen. Zuletzt erschien im Jahr 2020 der Gedichtband „Stimme aus der Unterbühne“ im Poetenladenverlag und das Poesiealbum 354 gemeinsam mit Angela Hampel.
Peter Handke sagte zu ihren Gedichten: „Ich kenne auch ihre Gedichte, die großartig, frech und tiefsinnig sind“.

Lesung und Ausstellungseröffnung

Freitag, 19. August 2022, 19.30 Uhr, LeseGarten der Buchhandlung LeseZeichen

  • Róža Domašcyna »So Sachen getan«
  • Ein Künstlerbuch von Róža Domašcyna und Angela Hampel

Lesung mit Róža Domašcyna und Ausstellungseröffnung
im LeseGarten der Buchhandlung
Musik von Thomas Friedlaender (Zink)

Róža Domašcyna wurde 1951 in Zerna bei Kamenz (Oberlausitz) geboren und lebt heute in Bautzen. Mehrere Jahre war sie in der Redaktion der sorbischen Kinder- und Jugendzeitschrift P?omjo und der Tageszeitung Nowa doba tätig. Von 1979 bis 1984 studierte sie Ingenieurökonomie des Bergbaus an der Ingenieurschule für Bergbau und Energetik in Laubusch (Senftenberg). Es folgte ein Studium am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig, ehe sie sich als freischaffende Autorin in Bautzen niederließ. Seither hat sie zahlreiche Lyrikbände veröffentlicht, darunter auch Künstlerbücher. In ihren Texten nutzt sie poetische Interferenzen zwischen dem Sorbischen und dem Deutschen; beide Sprachen gehen so eine Verbindung ein, die den von Kito Lorenc vorgeschlagenen Weg der Weiterentwicklung sorbischer Lyrik konsequent beschreitet. Durch ihre Verankerung im Sorbischen und ihrer gleichzeitigen intensiven Beziehung zur Welt entstehe ein »europäisches Ausstrahlen« (Wulf Kirsten).

Angela Hampel, geboren 1956 in Räckelwitz bei Kamenz, lernte zunächst Forstfacharbeiterin, ehe sie an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste Malerei studierte. Seit 1982 arbeitet sie freischaffend in Dresden. Ab 1987 zeigte sie erste Performances, Installationen und Environments und veröffentlichte in den Literaturzeitschriften Bizarre Städte und Sondeur. 1989 war sie eine der Mitbegründerinnen der Dresdner Sezession 89. Sie schuf 1998 in einem Gemeinschaftsprojekt mit Bonner Kollegen die Plastiken Undine kommt und Undine geht, die heute an der Molenbrücke in Pieschen sowie am Elbufer in Johannstadt stehen. Ihre Malerei, Installationen und Grafiken sind in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu finden.

Eintritt frei

Lesung

Freitag, 8. Juli 2022, 19.30 Uhr, LeseGarten der Buchhandlung LeseZeichen

  • poesie.premiere³: Beck | Sielaff | Wilden
  • Neue Gedichte mit Patrick Wilden, Volker Sielaff, Patrick Beck und Fouad EL-Auwad

Drei Dresdner Schriftsteller haben je einen neuen Gedichtband veröffentlicht –
ganz zufällig erscheinen alle drei Bücher im Frühjahr/Sommer 2022:

Patrick Wilden: Schreibers Ort
Volker Sielaff: Poesiealbum 366
Patrick Beck (gemeinsam mit Fouad EL-Auwad): Die unsichtbaren Dinge werden von der Zeit trainiert (arabisch/deutsch)

Musik: Cornelia Vranceanu (Klavier) und Oliver Clauß (Saxophon)
Im LeseGarten der Buchhandlung LeseZeichen, Prießnitzstraße 56.

Eintritt frei

Lesung

Donnerstag, 16. Juni 2022, 19.30 Uhr, LeseGarten

  • Häuser der schlafenden Gedichte
  • Andreas Altmann liest aus seinem Werk

Moderation und Gespräch: Axel Helbig

"Andreas Altmann", schreibt der Lyriker Joachim Sartorius, "hält die teilnahmslose Natur, die Dunkelheit, die Abschiede fest, und will doch die Aufhebung des Trennenden, die Mischung – und findet dafür magische Bilder".
Und Franz Hodjak schreibt über Altmanns Dichtung: "Bewusstseinssprünge, Risse, Brüche prägen die Gedichtstruktur, führen zu Überraschungsmomenten, der poetische Ablauf wird durch eigenwillige Wendungen und Fügungen immer wieder abgebrochen und erneuert, es ist ein Auf und Ab, ein Schwebezustand, welche die unverkennbare, faszinierende Handschrift dieses Dichters ausmachen. Ein Markenzeichen ist auch der leise, unaufdringliche, zurückhaltende Ton …"

Andreas Altmann wurde 1963 in Hainichen (Sachsen) geboren. Er hat als Schriftsetzer, Orchesterwart, Straßenreiniger und Betreuer mit geistig Behinderten gearbeitet. 1993-1996 studierte er Sozialpädagogik.
Bisher sind zwölf Gedichtbände von ihm erschienen, zuletzt 2018 "Weg zwischen wechselnden Feldern" (Poetenladen) und 2020 "Häuser der schlafenden Gedichte" (Edition Eupalinos, 180 nummerierte Exemplare).


Die Lesung wird gefördert vom PEN-Zentrum Deutschland in der Lesereihe "Lesungen in allen Himmelsrichtungen"
Eintritt frei

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Andreas Altmann: Weg zwischen wechselnden Feldern

Poetenladen 2018
ISBN 978-3-940691-92-7 | € 18.80

Dresdner Buchpremiere

Freitag, 8. April 2022, 19.30 Uhr

  • Bernd Wagner: Verlassene Werke

Moderation: Michael G. Fritz

Ort der Veranstaltung: Kulturschlosserei, Bischofsweg 31
Eintritt frei

„Verlassene Werke sind wie gewisse Steine an den Meeresküsten. Man kam von weit her, hob sie auf, schleppte sie ein Stück mit, man warf sie zurück in den See. Doch unter ihnen war nicht der richtige, der Urstein, doch einmal lagen sie in der Hand, einmal wurden sie betrachtet. Ihre Unschuld ist dahin, sie können nicht zurück in die Anonymität. Sie gehen umher wie Geister und leben hinter geschlossenen Augen, unerlöst“ (Bernd Wagner)

Ein fulminantes Erinnerungswerk mit zahllosen begonnenen und wieder abgebrochenen Erzählungen. Ein Blick in den damals legendären Berliner Künstlerkreis im Prenzlauer Berg. Verlassene Werke, die zu schön und anregend sind, um vergessen zu sein. Sie werden hier endlich aufgelassen.
Die Aufzeichnungen entstanden ab 1976 fast auschließlich in Berlin, zuerst im Ostteil, seit Ende 1985, nach der Ausreise aus der DDR, im Westen der Stadt. Die letzte Notiz datiert vom Heiligen Abend 1989, als die DDR absehbar unterzugehen schien. Verschiedene Notizen fanden sich nicht in Heften oder Tagebüchern, sondern auf losen Blättern, so die »Gazetten«, deren Worte der Autor aus Zeitungen schnitt und aufklebte.
Dieses Opus ist der Versuch, der allgegenwärtigen äußeren Chronologie der historischen Ereignisse eine innere entgegenzusetzen.

Bernd Wagner wurde 1948 in Wurzen (Sachsen) geboren. Nach seinem Studium arbeitete er als Lehrer in einem märkischen Dorf. Seit 1977 veröffentlicht er Romane, Erzählungen, Kinderbücher, Essays, Gedichte und Dramen. Von 1982 bis 1985 war er Mitherausgeber der illegalen Literaturzeitschrift Mikado. 1985 wurde er von der DDR-Behörde von Ostberlin nach Westberlin ausgebürgert, wo er noch heute lebt. Im Jahr 2018 erschien im Schöffling-Verlag der Roman "Die Sintflut in Sachsen" Im Jahr 2019 war er Stadtschreiber in Dresden.

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Bernd Wagner: Verlassene Werke

Faber & Faber 2022
ISBN 978-3-86730-223-4 | € 26.00