Buchvorstellung

Dienstag, 19. März 2019, 20.00 Uhr

  • Aus Mangel an Beweisen - Deutsche Lyrik 2008-2018
  • Mit dem Alfred-Kerr-Preisträger Michael Braun und dem Dichter Volker Sielaff

Seit nunmehr 40 Jahren begleitet das Tandem Michael Braun und Hans Thill die Szene der zeitgenössischen Poesie im deutschsprachigen Raum. Drei bahnbrechende Anthologien sind, in der Tradition von Walter Höllerers legendärer Lyriksammlung „Transit“, mittlerweile erschienen. Und jede nahm ein Jahrzehnt ins Blickfeld, versammelte, was es an maßgeblichen Stimmen in diesem Zeitraum gab: „Das verlorene Alphabet“ (1998), „Lied aus reinem Nichts“ (2010) und jetzt „Aus Mangel an Beweisen“ (2019).

„Selten hat man so geballt die ungemeine Vielstimmigkeit der deutsch-sprachigen Dichterszene bestaunen können“, schreibt die „Berliner Zeitung“ über Braun / Thills „Aus Mangel an Beweisen“. „Diese Anthologie konfrontiert das Radikalste und das Konservativste, Avantgarde da, Formstrenge dort“, meinen die Blogger vom gedichteblog.

Michael Braun, einer der beiden namhaften Herausgeber und vielen bekannt als Kritiker von Deutschlandfunk und Neuer Zürcher Zeitung, hochdekoriert mit dem „Alfred Kerr Preis“ für Literaturkritik, stellt das gewichtige Buch nun in Dresden vor. An seiner Seite wird Volker Sielaff eigene und ausgewählte Gedichte aus der Anthologie lesen. Patrick Wilden wird beide in ein Gespräch über die Üppigkeit der modernen Poesie, die Tiefen und Untiefen der Literaturkritik und manches Andere ziehen.

Moderation: Patrick Wilden

Literaturforum Dresden in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung LeseZeichen
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei!

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Michael Braun: Aus Mangel an Beweisen

Wunderhorn 2018
ISBN 978-3-88423-601-7 | € 26.00

Ausstellung

9. Februar 2019 - 22. August 2019

  • Jürgen Dreißig: "Die vergessene Zauberformel"
  • Bilder zu einem Märchen von Uwe Garten

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Uwe Garten: Die vergessene Zauberformel

Oberlausitzer Verlag 2018
ISBN 978-3-946795-15-5 | € 9.95

AUSWÄRTS

Freitag, 1. Februar 2019, 19.30 Uhr, Stadtmuseum Dresden, Städtische Galerie

  • Buntbarsch und Ballade
  • Winterlesenacht des Literatuforums

Autoren des Literaturforums und Gäste stellen ihre neuesten Texte vor.

Es lesen:
Jayne-Ann Igel, Patrick Wilden, Undine Materni, Iryna Fingerova, Andreas Paul, Michael Ernst und Volker Sielaff.
Alexander Morawitz liest Texte von Michael Rom.

Auswärts

Samstag, 19. Januar 2019, 19.30 Uhr, Stadtmuseum Dresden

  • WER JETZT ALLEIN IST: Musik und Lesung
  • Musikalisch-literarischer Abend mit Albrecht Goette (Staatsschauspiel Dresden)

Werke von Morton Feldman, Paul-Heinz Dittrich, Saskia Bladt, Thuon Burtevitz, Kai Kobayashi (UA) und Torsten Reitz (UA)
Auszüge aus dem Roman "Im Norden ein Berg, im Süden ein See, im Westen Wege, im Osten ein Fluss" von László Krasznahorkai

Einsamkeit ist überraschenderweise eines der großen Probleme in vielen wohlhabenden Staaten. Unsere Welt ist vernetzt wie noch nie und Kommunikation ist allgegenwärtig, lässt jedoch oft jene Tiefe vermissen, welche die Isolation des Einzelnen überwinden könnte. Mit dem Programm "Wer jetzt allein ist" möchte El Perro Andaluz gemeinsam mit dem Schauspieler Albrecht Goette verschiedenen Facetten dieses Zustandes nachspüren. Dafür wurden Werke ausgewählt, die Solo- und Duobesetzungen, besonders jedoch die unbegleitete menschliche Stimme in den Vordergrund rücken. Zwischen den Stücken werden Passagen aus László Krasznahorkais Buch "Im Norden ein Berg, im Süden ein See, im Westen Wege, im Osten ein Fluss" gelesen, ein ganz und gar anderer Blickwinkel auf das Phänomen der Einsamkeit im Sinne des abgeschiedenen Lebens, zugleich eine Verneigung vor der traditionellen geistigen Kultur Japans. Freuen Sie sich auf einen nachdenklichen und äußerst poetischen Abend in der kalten und für viele einsamsten Jahreszeit.
Eintritt 10/5 EUR an der Abendkasse

Auswärts

Freitag, 18. Januar 2019, 19.00 Uhr, Sächsische Akademie der Künste, Palaisplatz 3, 01097 Dresden

  • "Der Lessingschalter"
  • Marcel Beyer und Olaf Nicolai in der Sächsischen Akademie der Künste

Mit der Verleihung des Lessingpreises an Marcel Beyer wird sein Werk in die große Tradition der Aufklärung eingeordnet. Die Selbstverpflichtung zum Prinzip Vernunft sieht Beyer nicht nur bei sich. "Lessing steckt in uns allen. ...Ich schreibe in einer aufklärerischen Tradition, aber ich schreibe nicht aufklärerisch...bessere Menschen zu werden, müssen wir schon selber hinkriegen. Aber es gibt eine Grundlage dafür: die Fähigkeit, sich zu hinterfragen und sich in Momenten der Unvernunft wieder in ein Maß zu setzen. Dagegen erleben wir zunehmend eine völlige Affektsteuerung die von verbaler Gewalt bis zur körperlichen Gewalt reicht. Da schalten Menschen ihren "Lessingschalter" vermutlich mutwillig aus..." So erklärte es Marcel Beyer sinngemäß im Interview mit Literatur-Redakteur Jörg Schieke (12.1.2019).
In welche Richtung wir heute den "Lessingschalter" bedienen - darum wird es gehen in Lesung und Gespräch mit dem Schriftsteller Marcel Beyer, Preisträger des Lessingpreises des Freistaates Sachsen 2019, und dem Medien- und Konzeptkünstler Olaf Nicolai (Laudator) am Freitag, 18. Januar 2019, um 19 Uhr in der Sächsischen Akademie der Künste.
(Quelle: Veranstalter)

AUSWÄRTS

Dienstag, 27. November 2018, 20.00 Uhr, Stadtmuseum Dresden

  • Literarische Alphabete
  • Sudabeh Mohafez liest aus Ihrem Erzählungsbänden Behalte den Flug im Gedächtnis und zehn zeilen Buch.

Sudabeh Mohafez erzählt in diesen Geschichten vom Verschwinden und der Wiederkehr der Liebe, von Annäherungen über Sprachgrenzen hinweg und von Menschen, über die sonst nur selten und noch seltener so einfühlsam gesprochen wird. Eine Prosa von atemberaubender Rhytmizität!
Sudabeh Mohafez wurde in Teheran geboren. Im Alter von sechszehn Jahren zog ihre Familie nach West-Berlin. Heute lebt sie in Schwäbisch-Hall. Sie arbeitete im Bereich der Krisenintervention und der Anti-Gewalt-Arbeit. Sie veröffentlichte die Romane "Gespräch in Meeresnähe" und "brennt". "Kitsune" hingegen ist ein Buch mit drei Mikroromanen. Im "zehn zeilen buch" sind die Texte noch kürzer: Zweiundfünfzig ultrakurzen Geschichten, jeweils zehn Zeilen lang, jeweils in zehn Minuten geschrieben. "Behalte den Flug im Gedächtnis" vereint zahlreiche bisher verstreute Erzählungen in einem Buch.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Lesung und Gespräch auf Deutsch.

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Sudabeh Mohafez: Behalte den Flug im Gedächtnis

Edition Azur 2017
ISBN 978-3-942375-31-3 | € 17.90

Lesung

Samstag, 20. Oktober 2018, 17.00 Uhr

  • Klaus Funke liest aus seinem im September 2018 erschienen Roman „Franzi“
  • und aus dem Erzählungband „Die Poeten“

Franzi ist eine rätselhafte junge Frau. Niemand weiß so recht, wo sie herkommt, was ihr Leben bisher ausgemacht hat. Auch ihr neuvermählter Ehemann kommt ihr nicht näher. Klar ist, es gibt eine dunkle Seite in ihrem Leben. Will sie sich rächen für sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit? Hat sie gar einen oder mehrere Morde begangen? Woher kommt ihre Kleptomanie? War sie früher einmal eine Prostituierte? Ihre Mutter liebt sie beinahe abgöttisch, verzeiht ihr alles. Franzi ist eine schöne, verführerische und intelligente Frau. Sie kann sich vor Anbetern kaum retten. Als Ihr Ehemann verunglückt und ins Krankenhaus kommt, könnte das für Franzi eine Wende bedeuten. Wird sie den richtigen Weg finden oder im letzten Moment alles in Frage stellen?
"Franzi" ist ein Psychothriller, wie er raffinierter kaum ersonnen werden kann, spannend bis zur letzten Zeile.

Die Poeten: Ganz im ironischen Kontext seiner Novelle Kammermusik, legt Funke hier zwei Erzählungen vor, die die Tragik und Komik des Literaturgewerbes vergnüglich aufzeigen. Er scheut sich dabei nicht, die Sprachtonart Thomas Bernhardts aufzugreifen. Wie Bernhardt liebt Funke das scharfe Schwert der Ironie, um das Absurde der Literaturbranche zu beleuchten. In der ersten Erzählung geht es um einen Literaten, der über der Dichtkunst und den Dichtern den Verstand verliert. Im zweiten Text wird gezeigt, wie Verlage nach Gutsherrenart über die Dichter herrschen, wie Bestsellerautoren gemacht werden und wie überholt und moralisch verkommen eine ganze Branche erscheint. Ein Lesevergnügen ersten Ranges.

Klaus Funke, geboren 1947, studierte nach seinem Abitur im Jahr 1965 Agrarwissenschaften. Obwohl er schon früh mit dem Schreiben begann, veröffentlichte er seine ersten Texte erst im Alter von 55 Jahren. Seitdem entstanden zahlreiche Romane, Erzählungen und Novellen. Als freiberuflicher Schriftsteller verfasst Funke aber ebenso Rezensionen, Feuilleton- und Theatertexte. 2006 erhielt er das Literaturstipendium des Freistaates Sachsens.
Klaus Funke lebt heute in seiner Heimatstadt Dresden, ist verheiratet und hat zwei Töchter.