Buchpremiere

Donnerstag, 15. Oktober 2020, 20.00 Uhr

  • Patrick Wilden: "Alte Karten von Flandern"
  • Gedichte

Moderation und Gespräch: Jayne-Ann Igel

Im Dunkeln leuchtende Wörter, die Verheißungen alter Bücher und Landkarten, die letzten Geheimnisse einer von Google Maps kartierten Welt – all das findet in Patrick Wildens Debüt ganz selbstverständlich zusammen. Er nimmt uns mit auf Reisen entlang unsichtbarer Grenzen, spürt Verwandtschaften und vergessenen Bezeichnungen nach. Doch es ist Vorsicht geboten: Die Zuverlässigkeit der „Alten Karten von Flandern“ ist äußerst fragwürdig. Sie spielen mit unserer räumlichen Vorstellung, verbinden die entlegensten Gegenden miteinander oder verschweigen deren Existenz. Diese Gedichte durchstoßen die Oberfläche unserer Gegenwart.

Patrick Wilden, geboren 1973 in Paderborn, aufgewachsen in der Region Kassel. Nach einem Studium in Tübingen und einem Verlagsvolontariat in Stuttgart arbeitete er viele Jahre in einem Antiquariat in Dresden und ist dort heute für eine Bibliothek und ein Archiv sowie als Redakteur der Literaturzeitschrift Ostragehege tätig. Er erhielt im Jahr 2000 den Würth-Literatur-Preis und 2019 das Raniser Debüt Stipendium. Der Gedichtband "Alte Karten von Flandern" erschien im Jahr 2019.

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt.
Bitte um Anmeldung unter 0351-803 39 14

Eintritt frei

Lesung und Ausstellungseröffnung

Donnerstag, 27. August 2020, 19.00 Uhr

  • Volker Sielaff: Barfuß vor Penelope
  • Lesung zur Ausstellung Hubertus Giebe: Frühe Skizzenbuchblätter

Moderation: Axel Helbig

Er hält sich abseits literarischer Moden und überrascht doch mit jedem Buch neu. "Wer nach so langer Zeit aus den Weiten der freien lyrischen Rede umkehrt zum End- und Binnenreim, hat Freiheiten genutzt, die unweigerlich zur Reife führen", schreibt Michael Braun über Volker Sielaff. Im Zentrum seines neuen Bandes steht der Zyklus "Mystische Aubergine" - ein Dokument unbändiger Lust an der poetischen Weltentdeckung; ein Vexierbild, wild und verrätselt; grundiert von einem modernen Odysseus-Mythos. Die Gedichte in "Barfuß vor Penelope" erinnern in ihrer Offenheit zuweilen an Else Lasker-Schüler oder Theodor Kramer und spannen nicht nur formell, sondern auch thematisch einen weiten Bogen: vom Rausch der bedingungslosen Liebe bis zu den Schrecken eines blutigen 20. Jahrhunderts. (Verlagsinformation)

Volker Sielaff lebt als Schriftsteller und Publizist in Dresden. Er erhielt 2007 den Lessing-Förderpreis und 2015 die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung für das literarische Werk. Bisher erschienen die Gedichtbände »Postkarte für Nofretete« (2003), »Selbstporträt mit Zwerg« (2011) und »Glossar des Prinzen« (2015).

Die Ausstellung zeigt Skizzenbuchblätter Hubertus Giebes aus den 70er und 80er Jahren. Zu sehen sind beiläufig entstandene Blätter von Szenen aus der Dresdner Neustadt, Aktstudien und Reise- und Landschaftsskizzen. Hubertus Giebe ist freischaffend in Dresden tätig.

Die Lesung wird gefördert vom Lesefonds des FÖRDERVEREIN BUCH.

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Voker Sielaff: Barfuß vor Penelopé

Edition Azur 2020
ISBN 978-3-942375-45-0 | € 19.00

Ausstellung

27. August 2020 - 18. Januar 2021

  • Hubertus Giebe: Frühe Skizzenbuchblätter

Gesichter, Gestalten, Landschaften, Stadtansichten – zeitlose, beiläufig entstandene Momentaufnahmen in Kohleschraffur, kräftiger Farbgebung oder nahezu changierendem Aquarell zeigt die inzwischen vierte Ausstellung von Werken Hubertus Giebes in der Buchhandlung LeseZeichen. Zeitlos kommen die Skizzenbuchblätter zumeist daher, nur manches Detail der Kleidung weist darauf hin, dass die Blätter in den 1970er und 80er Jahren entstanden sind. Unverkennbar Giebe sind die Porträts, manch anderes Blatt scheint auf den ersten Blick eher ungewohnt und ist doch in der stilsicheren Umsetzung unverkennbar Giebe.
Die 34 kleinformatigen Blätter vermitteln den Eindruck eines Atelierbesuchs beim Künstler und vermischen dabei gestern Gesehenes mit heute Erlebtem.
(Bettina Schrock)

Hubertus Giebe studierte ab 1974 zunächst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, legte sein Diplom jedoch 1978 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig ab. Anschließend war er Meisterschüler von Bernhard Heisig. Von 1979 bis 1991 lehrte er an der Dresdner Kunsthochschule, zuletzt als Dozent für Malerei und Grafik. 2004 Vertretungsprofessur für Malerei an der Universität Dortmund. 1990 Teilnahme an der 44. Biennale Venedig. Heute ist Hubertus Giebe freischaffend tätig. 2008 erhielt er den renommierten Wilhelm-Morgner-Preis für Malerei.

Zur Ausstellungseröffnung am 27. August 2020 liest Volker Sielaff Gedichte zur Malerei, die Veranstaltung wird von Axel Helbig moderiert.

Ausstellung

20. Februar 2020 - 20. August 2020

  • the presence of the absence
  • Johannes Nollau / Fotografien

Porträts und Stadtlandschaft.
Fotografien sind Spiegel der Abwesenheit. Die eingefrorenenen Momente, eine Abfolge von Gegenwarten, die die bloße Erinnerung nicht mehr greifen kann. Das Bild bleibt in seiner kühlen Präzasion, mehr als das Zeichen, nimmt es den Rand in die Mitte.

Buchpremiere

Freitag, 10. Juli 2020, 20.00 Uhr, LeseGarten der Buchhandlung LeseZeichen

  • Uwe Kolbe: Imago
  • Neue Gedichte von Uwe Kolbe. Moderation und Gespräch: Tomas Gärtner

Gibt es ein leichtes Sprechen, das nicht leichtfertig ist? Ein Sprechen, das Eifer und Zorn hinter sich lässt, ohne deshalb bequem zu werden? Ein Sprechen, das zu dem Überall von Information und Meinung ruhigere Seitenstücke bildet, Worte findet, mit denen Lebensfragen zu formulieren sind?
Ein Wanderer nimmt in Uwe Kolbes neuen Gedichten die Natur und den Himmel in sein Lied herein. Wie schon in seinen erfolgreichen "Psalmen" sind vor allem die gefiederten Begleiter allgegenwärtig: die Krähen und ihr Krakeel, die Amsel, ihr klagender Ton, der Bussard in seiner Höhe. Literarische Konvention verbindet sich dabei mit dem Wissen um das fragile Gleichgewicht des Planeten.
Fragil aber ist auch der Alltag von Ich und Du. Immer dann, wenn Uwe Kolbes Gedichte sich diesem Alltag nähern, werden sie dramatisch, und seine Verse müssen sich kraftvoll beim eigenen Zopf nehmen.

Uwe Kolbe, 1957 in Ostberlin geboren, übersiedelte 1988 nach Hamburg und lebt heute in Dresden. Seit 2007 war er mehrfach als »Poet in Residence« in den USA. Für seine Arbeit wurde er u.a. mit dem Stipendium der Villa Massimo, dem Preis der Literaturhäuser, dem Heinrich-Mann-Preis und dem Lyrikpreis Meran ausgezeichnet. Im S. Fischer Verlag erschienen zuletzt: der Roman »Die Lüge« (2014), der Essay »Brecht. Rollenmodell eines Dichters« (2016) sowie die Gedichtbände »Lietzenlieder« (2012), »Gegenreden« (2015) und »Psalmen« (2017). »Imago« erscheint 2020 im S.Fischer Verlag.

Literaturpreise (Auswahl): 1988 Nicolas-Born-Preis für Lyrik, 1992 Stipendium der Villa Massimo, 1992 Berliner Literaturpreis, 1993 Friedrich-Hölderlin-Preis der Universität und der Universitätsstadt Tübingen, 2006 Preis der Literaturhäuser, 2012 Heinrich-Mann-Preis, 2012 Lyrikpreis Meran, 2014 Menantes-Preis für erotische Literatur, 2015 Reiner-Kunze-Preis und 2016 Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung.

Mit freundlicher Unterstützung von Absyntheum - Absinth aus Dresden

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Uwe Kolbe: Image

S. Fischer 2020
ISBN 978-3-10-397322-8 | € 21.00

LITERARISCHE ALPHABETE

Mittwoch, 29. Januar 2020, 19.30 Uhr

  • MÁTYÁS DUNAJCSIK LIEST „EINE BUDAPESTER GESCHICHTE“
  • Literatur und Live-Klang-Show

"Er hatte einmal in einen Feuilletonbeitrag geschrieben, dass der letzte ernsthafte literarische Abend am 27. Juni 1914 im Budapester Kaffeehaus Fiume stattgefunden habe, am nächsten Tag der Krieg ausgebrochen sei und am Morgen der Zeitungsjunge des Kaffeehauses eher von dem Attentat gegen den Thronfolger erfahren habe als die Politiker oder die Dichter. Später hatte er das Gleiche in einem anderen Blatt mit dem Datum 31. August 1939 und dann noch einmal mit dem Datum 1948 geschrieben. Als ich ihn einmal danach fragte, sagte er nur, nach einem echten literarischen Abend breche stets ein Krieg aus oder stelle sich die Diktatur ein. Oder zumindest gehe eine Jahreszeit zu Ende."

Mátyás Dunajcsik (*1983) ist geboren und aufgewachsen in Budapest (Ungarn), wo er nach seinem Studium der französischen Literatur und Ästhetik einige Jahre lang im Verlagswesen tätig war. Dann ist er für zwei Jahre nach Island gezogen und nach weiteren Wanderungen in Dresden gelandet, wo er jetzt im OSTRALE-Zentrum für zeitgenössische Kunst arbeitet. Als Autor, Übersetzer, Redakteur und Performer beschäftigt sich er zurzeit mit fünf Sprachen (Ungarisch, Englisch, Französisch, Isländisch und neuerdings Deutsch) und mit der gleichen Anzahl von Musikinstrumenten. Bücher auf Deutsch: "Unterwasserstädte" (Kurzgeschichten, 2017, Edition Solitude, Stuttgart), "Der Boden Unter Berlin" (Kurzgeschichte für die Zeichnungen von Plinio Avila, 2010, Akademie der Künste, Berlin). Letzte Bücher auf Ungarisch: "A szemüveges szirén" (Kinderbuch, 2016, Kolibri, Budapest), "Balbec Beach" (Kurzgeschichten, 2012, Libri, Budapest). Sein gemeinsam mit dem ungarischen Regisseur Árpád Schilling geschriebenes Theaterstück "Elbfuge" wurde vom Staatsschauspiel Dresden im Sommer 2019 beauftragt und uraufgeführt.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit der Buchhandlung LeseZeichen.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.

Advent 2019

Sonntag, 15. Dezember 2019, 17.00 Uhr

  • Beethoven - bei uns
  • Ein musikalisch-literarischer Adventsnachmittag

Johannes Gärtner (Sprecher) und Jürgen Nollau (Klavier) werden sich musikalisch wie literarisch Beethoven widmen. Im Wechsel erklingen berühmte Klavierwerke von Beethoven und es wird aus dem Heiligenstätter Testament und aus dem Brief an die unsterbliche Geliebte gelesen. Aufgelockert wird der Nachmittag mit Musikeranekdoten zu Goethe und Beethoven in Teplitz.

Das musikalische Programm vollständig im Internet: www.beethovenbeiuns.de