Lesung

Freitag, 13. April 2018, 20.00 Uhr

  • „Über die Dummheit der Stunde“
  • Olga Martynova (Frankfurt a. Main) liest aus ihrem neuen Essay-Band

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse 2018 hat Olga Martynova ihren Essayband „Über die Dummheit der Stunde“ vorgelegt. Mit ihren Romanen „Sogar Papageien überleben uns“, „Mörikes Schlüsselbein“ und „Der Engelherd“ hat sich Olga Martynova bereits fest in die deutsche Literatur eingeschrieben und diese forciert. Ihre Essays verstärken dieses Gewicht. Nach Lektüre dieser vier auf deutsch verfassten Bücher wäre es äußerst ignorant, in Olga Martynova vor allem eine russische Autorin zu sehen. Dies verbietet sich geradezu, weil das, was sie uns als deutsche Autorin zu sagen hat, von solcher Prägnanz ist, dass die Vergabe des Ingeborg-Bachmann-Preises (2012) und des Berliner Literaturpreises (2015) als längst überfällige Würdigungen erscheinen mussten. 2016 hatte sie die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität Berlin inne.

Ihre Essays zeichnen sich durch eine offene und mutige Sprache aus. „Unter vielen Begabten gibt es wenige, die der Dummheit der Stunde nicht hinterherlaufen. Es geht um die Freiheit und die Frechheit, die allgemeingültigen Vorstellungen und Forderungen nicht zu berücksichtigen.“ Vor allem im Gedicht und im Essay sei äußerste Wachsamkeit geboten. Ausgehend von Gottfried Benns Rede „Probleme der Lyrik“ (Zitat: „Hinter einem modernen Gedicht stehen die Probleme der Zeit, der Kunst, der inneren Grundlagen unserer Existenz weit gedrängter und radikaler als hinter einem Roman.“) paraphrasiert Martynova ihre Argumentation im Kontext „Probleme der Essayistik“: „Beachten Sie, wie oft in einem Essay Wörter vorkommen, die zusätzlich zu ihrer direkten Bedeutung eine emotionale Ladung haben. Rot, Geflüchtete, die Vorsilbe post-, Europa mit der Abwandlung europäisch, braun, grün, orangefarben, Integration, politisch – hiermit glaubt der Autor vermutlich besonders aktuell und tiefsinnig zu wirken, übersieht aber, dass diese Vokabeln ja reine Wortklischees sind. ... Wörter sind einerseits ein Transportmittel für Gedanken. Andererseits besteht immer die Gefahr, dass sie die Gedanken parasitisch ersetzen, statt sie zu transportieren. Das bedeutet, dass anstelle von Gedanken automatisch gesteuerte Transportmittel ohne Passagiere erscheinen oder verlassene Insektenpuppen, die nicht ohne Charme, aber leer sind.“ (Axel Helbig)

Eintritt frei

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Olga Martynova: Über die Dummheit der Stunde

S. Fischer 2018
ISBN 978-3-10-002433-6 | € 22.00

Ausstellung

3. Februar 2018 - 28. Juli 2018

  • 20 Jahre widukind-presse Dresden

In der Buchhandlung LeseZeichen werden Seiten mit Text und Radierungen aus Pressendrucken gezeigt.
Im Mittelpunkt steht dabei das noch im Druck befindliche Buch des Künstlers und Inhabers der widukind-presse Hanif Lehmann "Kostnice - ein Haus in Sedlec - Bericht eines Besuchers - Texte und Radierungen" (Kostnice - tschechisch für Beinhaus).


Hanif Lehmann (geboren 1971 in Rochlitz)

Studium an der HfBK Dresden: 1989 bis 1990 Abendstudium bei Hans Kutschke, 1992 bis 1998 Studium der Malerei und Grafik, Grundstudium bei Siegfried Klotz und Wolfram Hänsch, Fachstudium bei Claus Weidensdorfer und Ralf Kerbach. Typographische Grundlagen und Buchgestaltung bei Professor Horst Schuster.
1994 erstes Grafikbuch, 1996 erstes Grafikbuch im eigenen Verlag widukind-presse Dresden, nach 1998 freischaffend.

Ausstellungen und Beteiligungen u.a in Sachsen, Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Böhmen, Schweiz, UK, Holland und Spanien.

Arbeiten befinden sich u.a. in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, im Museum Meermanno (Den Haag), im Deutschen Literaturarchiv Marbach, im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (Bibliothek), in der Trakl-Gedenkstätte Salzburg, in der Schweizerischen Nationalbibliothek Bern, der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar und in der SLUB Dresden.
Aufenthaltsstipendien in Salzburg und auf Usedom (Niemeyer-Holstein-Stipendium) und darüber hinaus regelmäßige Teilnahme an Symposien, zuletzt am Druckgrafik-Symposium 2010 in Reichenbach und 2009 in Decin (Tschechische Republik).

Buchpremiere

Donnerstag, 15. Februar 2018, 20.00 Uhr

  • Eckehard Mayer: Der Spaziergang / Nach Rosmersholm. Zwei Erzählungen

Musikalische Begleitung auf der Violine: Florian Mayer

Zwei Männer mit Vergangenheiten als Künstler. Zwei, die kreativ geblieben sind, auch und erst recht jetzt im Alter. Reinfried Pedersen und Edwin Laurentius Krossmann haben sich ihre seismografischen Betrachtungsweisen zur Weltaneignung bewahrt. Sie sind Flaneure, die sich ihre Gedanken machen. Sie können nicht anders, als sich das Gesehene und Erlebte über die Parallelwelten und Echoräume der Kunst greifbar und begreiflich zu machen. So erinnern sie sich an ihre Leben als Geiger und als Komponist. Jetzt, wo es spät ist in ihren Leben, wagen sie noch einmal den Neu anfang. Diese atmosphärisch dichten und poetischen Erzählungen handeln von Aufbrüchen ins Ungewisse, von Trennungen und Plänen, vom Suchen und vom Ankommen und vor allem davon, wie zwei mit ihren Biografien im Rucksack zu Neuem unterwegs sind.

Eckehard Mayer, geboren 1946 in Hainsberg (heute Freital), ist Komponist, Dirigent und Pianist. Seit 2002 ist er auch schriftstellerisch tätig. Eckehard Mayer lebt und arbeitet in Dresden.

Florian Mayer, geboren 1974, studierte bis zur Meisterklasse klassische Violine in Dresden,
entschied sich aber gegen die Orchesterlaufbahn, um als freier Musiker zu arbeiten.
Neben der Klassik beschäftigt er sich intensiv u.a. mit Jazz, Weltmusik und der freien Improvisation. Er war 1997-2005 Mitglied der Dresdner Sinfoniker und legt auch solistisch den Schwerpunkt auf Unkonventionelles und Neues.

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Eckehard Mayer: Der Spaziergang / Nach Rosmersholm

Stekovics 2017
ISBN 978-3-89923-387-2 | € 14.80

Konzert im LeseGarten

Donnerstag, 14. September 2017, 20.00 Uhr

  • Ein Musiker, der seinem Namen alle Ehre macht: Frank Fröhlich

Texte von Wilhelm Busch, Miguel Cervantes, Frank Fröhlich, Heinrich Heine, E.T.A. Hoffmann, Erich Kästner, Erik Orsenna, Kurt Tucholsky und vielen anderen kommen zu Gehör beim Literarischen Gitarrenkonzert „Gestammel & Geschrammel“.

"Die Gitarre kann alles - man muss sie nur lassen!" Davon ist Frank Fröhlich überzeugt. Und davon will er auch seine Zuhörer überzeugen. Dafür nimmt er sie mit auf einen Streifzug durch die Welt der Gitarre. Viele berühmte Schriftsteller und Musiker hielten ihre Erlebnisse mit diesem wundervoll viels(a)eitigen Instrument in Romanen, Gedichten und Tagebüchern fest.

"Drei Paare zählen auf der Welt: ein Mann und eine Frau, ein Mann und ein Pferd, ein Mann und eine Gitarre...", schrieb der französische Schriftsteller und Wissenschaftler Erik Orsenna. Das letztgenannte Paar wird im Jagdschloss Kössern zu sehen und zu hören sein.

"Das dramaturgisch durchdachte Geflecht aus den Texten und den originellen Kompositionen Fröhlichs ... lässt (den Abend) zu einem außergewöhnlichen Erlebnis werden und ist mehr als nur kurzweilig!", hieß es in der Zeitschrift "Gitarre Aktuell" über Fröhlichs CD. Und der "Kölner Stadtanzeiger" stimmte in das Lob ein: "Eine Entdeckung: Frank Fröhlich. Er heißt nicht nur so, er ist es auch und er macht auch fröhlich: mit seinem Spiel auf der Gitarre, seinen Kompositionen und seinen Hörbüchern."

Seit Oktober 2017 spielt Fröhlich auf einer Gitarre von Armin Hanika, die ohne das sonst übliche Tropenholz gebaut werde. Stattdessen wurden thermisch behandelte einheimische Hölzer wie die Elsbeere und Kirsche verwendet. Auch davon wird Frank Fröhlich unterhaltsam und vergnüglich berichten.

Ausstellungskonzert im LeseGarten

Samstag, 12. August 2017, 16.00 Uhr

  • Firlefanz und Grete
  • Mit Andreas Német (Gitarre), Hans-Christian Schmidt (Klavier) und Yvonne Arendt (Stimme)

Eigentlich schreiben und malen sie ja – der Fanz und der Firle. Über 60 Kinderbücher und in 15 Ländern haben sie bisher schon veröffentlicht und ein Ende ist nicht in Sicht. Doch ab und zu gönnen sie sich eine Pause. Dann wird Musik gemacht. Dann werden Lieder statt Bücher geschrieben und gemeinsam mit Grete, Dr. Bumm und Herrn Und zur Aufführung gebracht. Ein Kinderliederprogramm für kleine Große und große Kleine, bei dem die Begeisterung vor der Bühne nur durch die Freude auf der Bühne getoppt wird.

Zur
Ausstellung 26. April bis 18. Oktober 2017
Andreas Német: Die Grille und die Ameise – Kinderbuchillustrationen

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Andreas Német: Mama Huhn sucht ihr Ei

Oetinger 2015
ISBN 978-3-7891-7178-9 | € 8.99

Auswärts

Dienstag, 15. August 2017, 20.30 Uhr, Bühne am Japanischen Palais

  • Palais.Poesie!
  • Palais-Sommer in Kooperation mit dem Literaturforum Dresden e.V.

Ein Abend mit Dichtkunst, der inzwischen kaum mehr wegzudenken ist aus dem sommerlichen Kulturkalender der Landeshauptstadt. Ein kleines Fest der Poesie im Barockgarten des Japanischen Palais. Einer der Höhepunkte des alljährlich stattfindenden, eintrittsfreien Palais-Sommers.
Palais.Poesie ist ein poetisches Sommervergnügen aus Lesung und Performance, bei dem namhafte Dichter dem wandelnden, sitzenden oder liegenden Zuhörern im Park des Japanischen Palais ihre neuesten Gedichte vortragen.
Auf der Open-Air-Bühne des Palais-Sommers lesen dieses Jahr: Kerstin Becker, Nora Gomringer, Ulrike Almut Sandig und Moutaz Zafer.
In den Pausen erklingt Live-Musik von Central Boom and Space mit Winterberg (electronics) und Mario Faust (Trompete und Sitar).
Eintritt: Frei!

Lesung

Donnerstag, 29. Juni 2017, 20.00 Uhr, LeseGarten der Buchhandlung LeseZeichen

  • Sommerfest des Literaturforums
  • Dennis Maloney (Big Sur, USA) und Tzveta Sofronieva (Berlin) in Lesung und Gespräch

Er ist ein "Poetry Publisher", in seinem 1973 gegründeten Verlag White Pine Press gibt er die Gedichtbände seiner Kollegen heraus, poetische Stimmen aus inzwischen über 30 Ländern. Manche von ihnen hat er selbst ins amerikanische Englisch übersetzt, mit viel Einfühlung, denn Dennis Maloney, der abwechselnd im kalifornischen Big Sur und in Buffalo (NY) lebt, ist selbst ein anerkannter Lyriker. "Diamanten der Alltäglichkeiten" nennt Jose F. A. Oliver die kristallklaren Verse Maloneys. Sein Gedichtzyklus "Inschrift" ist, wie große Teile seines Werks, von den östlichen Weisheitslehren geprägt, die kurzen Gedichte ähneln chinesischen Rollbildern: viel Raum, viel Intensität und eine Kraft, die aus der Akzeptanz der Leere kommt. Tzveta Sofronieva hat unter dem Titel "Empty Cup / Eine leere Tasse" (Verlag Hans Schiler) erstmals eine Auswahl aus dem breiten dichterischen Werk von Dennis Maloney ins Deutsche übertragen. Beim Sommerfest des Literaturforums Dresden lesen beide Gedichte und sprechen über Tempelglocken, Sterne in einem Teich und ihre poetische Korrespondenz zwischen Berlin und Big Sur.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit der Buchhandlung LeseZeichen.
Lesung und Gespräch auf Deutsch und Englisch. Mit Übersetzung.

Bei schlechtem Wetter in den Räumen der Buchhandlung LeseZeichen
Eintritt: Frei!

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Dennis Maloney: Eine leere Tasse / Empty Cup

Hans Schiler Verlag 2017
ISBN 978-3-89930-014-7 | € 18.00